Die US-Regierung hat ihr nationales Rahmenwerk für künstliche Intelligenz vorgestellt. Die Rhetorik klingt vertraut: „Kinder, Gemeinden und kleine Unternehmen schützen” und gleichzeitig „die Entwicklung der Technologie fördern”. In der Praxis bedeutet das: vereinfachte Genehmigungsverfahren für energieintensive Rechenzentren, Abbau von „Innovationshürden”, Beschleunigung des KI-Einsatzes in der Wirtschaft.

Die Schutzmaßnahmen? Erweiterte Befugnisse für Bundesbehörden gegen KI-gestützte Betrügereien. Schutz von Minderjährigen vor sexueller Ausbeutung. Elterliche Kontrolle über Konten und Geräte. Alles richtig, alles wichtig – und alles am eigentlichen Problem vorbei. Denn was fehlt, ist jede Regelung für den Einsatz von KI durch den Staat selbst: in der Verwaltung, im Militär, in der Überwachung.

Das Weiße Haus will in den kommenden Monaten mit dem Kongress ein Gesetz daraus machen. Dieselbe Regierung, die Anthropic zum Sicherheitsrisiko erklärt hat, weil das Unternehmen KI-Massenüberwachung verweigerte. Dieselbe Regierung, die OpenAI Zugang zu klassifizierten Netzwerken gab, ohne den Vertrag zu veröffentlichen.

In Wer träumt für uns gibt es auch ein KI-Regelwerk. Es schützt die Bürger – auf dem Papier. In der Praxis ist POLIS längst in den Händen derer, die die Regeln schreiben. Das amerikanische Rahmenwerk liest sich wie ein Kapitel, das im Roman nicht mehr geschrieben werden muss, weil die Realität schneller war.

Quelle: ORF – US-Regierung stellt Regelwerk für KI vor