Im Juli 2024 reichten aktuelle und ehemalige OpenAI-Mitarbeiter eine Beschwerde bei der US-Börsenaufsicht SEC ein: Das Unternehmen habe mit restriktiven Verschwiegenheitserklärungen systematisch verhindert, dass Angestellte Regulierungsbehörden vor Sicherheitsrisiken warnen. Im Juni hatten 13 Mitarbeiter von OpenAI und Google DeepMind einen offenen Brief unterzeichnet: Sie forderten Whistleblower-Schutz und Transparenz.

Im November 2024 wurde Suchir Balaji, ein ehemaliger OpenAI-Forscher, tot in seiner Wohnung in San Francisco aufgefunden. Er hatte im Oktober in der New York Times öffentlich erklärt, dass ChatGPT gegen US-Urheberrecht verstoße. Sein Tod wurde als Suizid eingestuft. Seine Eltern bestritten das und forderten eine FBI-Untersuchung.

In Wer träumt für uns stirbt Jonas Kappel, der junge Datenanalyst, der die Manipulation der POLIS-Trainingsdaten entdeckt hat. Sein Tod wird als Unfall eingestuft. Die Parallele ist nicht subtil. Sie ist eine Warnung: Wer die Wahrheit über ein System sagt, das mächtiger ist als er, riskiert alles. Im Roman wie in der Realität ist die gefährlichste Position nicht die des Gegners – sondern die des Insiders, der spricht.

Quellen:
Washington Post – OpenAI illegally barred staff from airing safety risks
CBS News – OpenAI whistleblower Suchir Balaji dead at age 26


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