Am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) untersucht ein Forschungsprojekt unter Leitung von Prof. Dr. Jeanette Hofmann und Dr. Clara Iglesias Keller exakt die Fragen, die im Roman im Zentrum stehen: Was macht Künstliche Intelligenz mit Demokratie und politischer Teilhabe?

Das Projekt analysiert drei Perspektiven: Erstens, wie KI die Voraussetzungen politischer Beteiligung verändert – individuelle Autonomie, Zugang zu Information, Handlungsfähigkeit. Zweitens, ob KI demokratische Prozesse stärken kann – durch bessere Selbstverwaltung, durch prädiktive Werkzeuge, durch erhöhte Transparenz. Drittens, ob Bürger in der KI-Politik überhaupt eine Stimme haben – oder ob die Entscheidungen längst anderswo fallen.

Die Forscherinnen formulieren eine Erkenntnis, die auch den Roman durchzieht: Technologische Infrastruktur birgt gleichzeitig das Potenzial für Befreiung und Unterdrückung. Die transformativen Veränderungen bleiben bei der Einführung neuer Technologien oft unvorhersehbar – was öffentlichen Diskurs und politische Gestaltung umso wichtiger macht.

In Wer träumt für uns ist POLIS genau dieser Versuch: ein KI-System, das demokratische Teilhabe nicht ersetzen, sondern ermöglichen soll. Maras Frage – „Was wäre, wenn ein System nicht entscheidet, sondern zuhört?“ – ist die literarische Version dessen, was das WZB wissenschaftlich untersucht. Dass die Antwort im Roman tragisch endet, macht die Forschung nicht weniger notwendig. Im Gegenteil.

Quelle: WZB Berlin – Folgen von KI für Demokratie und politische Teilhabe


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