Seit 1921 galt in Stanford: Prüfungen ohne Aufsicht, die Studierenden kontrollieren sich selbst. Ab Herbst ist Schluss, die Betrugsfälle haben sich fast verdreifacht. Was da stirbt, ist keine Regel. Es ist eine Vertrauensinfrastruktur.
Ab August dürfen norwegische Schüler bis 13 Jahre keine generative KI mehr im Unterricht nutzen, rund 400.000 Kinder sind betroffen. Die Begründung des Premierministers ist bemerkenswert unaufgeregt: Erst lesen, schreiben, rechnen. Dann Maschinen.
In den USA laufen die ersten Wahlkämpfe, in denen KI nicht Randerscheinung ist, sondern Werkzeugkasten: personalisierte Kampagnen, synthetische Werbung, uneinheitliche Regeln. Europa schaut zu und wählt bald selbst.
Ein Digitalminister, dessen Gastbeiträge zu 99,3 Prozent von KI stammen, ein Ministerpräsident mit erfundenen Zitaten, ein Leitartikler ohne eigene Leitartikel: Die deutsche Debatte hat ihren Authentizitätsskandal.
Die ungarische Parlamentswahl war der bisher größte Realtest für KI-Desinformation: Deepfake-Anrufe, TikTok-Netzwerke, koordinierte Telegram-Kampagnen. Das Ergebnis stellt die Untergangserzählung auf den Kopf.
Ein Algorithmus verweigert Kranken die Behandlung. Ein anderer erklärt 381.000 Menschen zu Schuldnern, die nichts schulden. Ein dritter sagt voraus, wer kriminell wird – und irrt sich bei Schwarzen 43-mal häufiger als bei Weißen. Ein KI-Agent bei Meta gibt sich selbst Zugang zu Nutzerdaten. OpenAI streicht sein Militärverbot, unterzeichnet einen Pentagon-Vertrag – und bittet um…
2026 ist ein Superwahljahr. Staaten von den USA bis Brasilien verschärfen ihre Gesetze gegen KI-generierte Wahlmanipulation. Der US-amerikanische „AI Fraud Accountability Act“ stellt KI-basierte Identitätstäuschung unter Strafe. Brasilien verbietet Deepfakes von Kandidaten. Aber es gibt ein paradoxes Problem, das im Roman eine zentrale Rolle spielt: den „Lügner-Bonus“ (Liar’s Dividend). Weil Deepfakes existieren, kann jedes echte…
Seth Lazar und Mariano-Florentino Cuéllar haben für die Carnegie Stiftung eine der wichtigsten Analysen zum Verhältnis von KI und Demokratie vorgelegt. Ihre zentrale These: „Kernfunktionen der Demokratie – Agenda-Setting, Willensbildung, verbindliche Entscheidung – können nicht ausgelagert werden, ohne das zu untergraben, was sie wertvoll macht.“ Die Autoren sehen durchaus Potenzial: KI-Agenten könnten als „kognitive Prothesen“…
Im Januar 2026 hat Microsoft seinen KI-Assistenten Copilot allen Mitgliedern des Schweizer Parlaments aufgespielt – ohne deren Zustimmung. Vertrauliche Protokolle, interne Dokumente, parlamentarische Kommunikation: potenziell abrufbar für einen amerikanischen Konzern, der dem US CLOUD Act unterliegt. Angela Müller, Geschäftsleiterin von AlgorithmWatch Schweiz, stellt in der NZZ die entscheidende Frage: „Welche KI wollen wir?“ Soll KI…
Der Mann, der Cambridge Analytica zu Fall brachte, warnt vor dem nächsten Skandal – und er sagt, er wird größer. Christopher Wylie, damals Datenarchitekt bei Cambridge Analytica, heute einer der profiliertesten Stimmen für KI-Regulierung, fordert: Künstliche Intelligenz muss reguliert werden wie die Luftfahrt oder die Pharmaindustrie. Identifiziere die Risiken. Teste vor der Veröffentlichung. Setze Compliance…